Tut Ihr Griff Ihrem Ellenbogen weh? Der verborgene Zusammenhang zwischen Technik und Sehnenschmerzen

Dieser hartnäckige Schmerz an der Außen- oder Innenseite des Ellbogens – er fängt oft harmlos an. Vielleicht bemerken Sie ihn nach einem Wochenende im Garten, ein paar Tennisspielen oder sogar einem langen Tag am Computer. Sie tun ihn als Muskelkater ab, aber er kommt immer wieder, stechend und anhaltend, besonders wenn Sie etwas fest zupacken.
Sie sind nicht allein, und die Ursache liegt vielleicht direkt vor Ihren Augen: Ihre Grifftechnik, Ihre Bewegungsabläufe und die Werkzeuge, die Sie benutzen. Es geht nicht nur um eine einzelne „falsche Bewegung“. Es geht darum, wie sich kleine, wiederholte Belastungen mit der Zeit summieren und die Sehnen in Ihrem Unterarm überlasten. Dieses Verständnis ist der erste Schritt zu mehr Wohlbefinden.
Dieser Ratgeber erklärt die biomechanischen Zusammenhänge von Ellbogenschmerzen und hilft Ihnen, die Verbindung zwischen Ihren täglichen Bewegungen und Ihren Symptomen zu erkennen. Wir erforschen die verborgenen Kräfte, die dabei eine Rolle spielen, und zeigen Ihnen, wie Sie die Kontrolle zurückgewinnen können.
Eine kurze Anatomiestunde: Lernen Sie die wichtigsten Akteure Ihres Ellbogens kennen
Bevor wir uns mit dem Thema befassen WarumLassen Sie uns die Region kurz kennenlernen. Ihr Ellbogen ist kein einfaches Scharnier. Er ist ein komplexes Gelenk, an dem drei Knochen aufeinandertreffen und von einem Netzwerk aus Muskeln und Sehnen gestützt werden. Für unsere Zwecke sind die Sehnen von zentraler Bedeutung, die Ihre Unterarmmuskeln mit den Knochenvorsprüngen an beiden Seiten Ihres Ellbogens, den sogenannten Epikondylen, verbinden.
- Lateraler Epikondylus (Außenseite des Ellenbogens): Dies ist der Ansatzpunkt für Ihre Streckmuskeln, die entlang der Oberseite Ihres Unterarms verlaufen. Diese Muskeln sind dafür verantwortlich, Ihr Handgelenk nach hinten zu beugen und Ihre Finger zu strecken. Wenn diese Sehnen überlastet werden, spricht man im Volksmund von einem Tennisarm (Epicondylitis lateralis).
- Medialer Epikondylus (Innenseite des Ellbogens): Hier setzen Ihre Beugemuskeln an. Diese Muskeln befinden sich an der Unterseite Ihres Unterarms und ermöglichen es Ihnen, Ihr Handgelenk nach vorne zu beugen und Gegenstände zu greifen. Eine Überlastung in diesem Bereich führt häufig zu einem sogenannten Golferarm (Epicondylitis medialis).
Stellen Sie sich diese Sehnen wie Seile vor, die die Kraft von Ihren Muskeln auf Ihre Knochen übertragen. Wenn die Kraft zu groß, zu häufig oder falsch angewendet wird, beginnen die Sehnen auszufransen. Dieses „Ausfransen“ bezeichnen wir als Tendinopathie – eine Überbeanspruchung der Sehnen, die mit winzigen Rissen, Entzündungen und Zellschädigung einhergeht.
Die Biomechanik des Schmerzes: Drei Stressoren
Schmerzen in der Ellbogensehne entstehen selten durch ein einzelnes Ereignis. Sie sind die Folge einer mechanischen Überlastung, einer Kombination von Kräften, die mit der Zeit die Regenerationsfähigkeit der Sehne übersteigen. Betrachten wir die drei Hauptfaktoren genauer: Ihre Grifftechnik, Ihre Technik und Ihre Ausrüstung.
Der Grip-Effekt: Mehr als nur Festhalten
Ihre Grifftechnik ist der erste Kontaktpunkt für die Kraftübertragung in Ihrem Arm. Wie Sie einen Gegenstand halten, hat einen direkten und tiefgreifenden Einfluss auf die Spannung, die auf Ihre Ellbogensehnen wirkt.
- Griffgröße: Ein zu kleiner oder zu großer Griff ist eine Hauptursache. Ist der Griff eines Schlägers oder Werkzeugs zu klein, muss man fester zudrücken, um die Kontrolle zu behalten. Diese ständige, übermäßige Muskelanspannung erhöht die Zugkraft am Ansatzpunkt der Sehne.
- Griffdruck: Viele Menschen verkrampfen unbewusst Gegenstände wie einen Tennisschläger, einen Hammer oder ein Lenkrad extrem fest. Dieses intensive, anhaltende Zupacken ermüdet die Unterarmmuskulatur schnell. Ermüdete Muskeln können Stöße nicht mehr effektiv abfedern, wodurch Vibrationen und Kräfte direkt auf die Ellbogenbeugesehnen übertragen werden.
Der Einfluss der Technik: Alles hängt von der kinetischen Kette ab.
Ihr Körper funktioniert nicht isoliert. Er agiert als zusammenhängendes System, die sogenannte kinetische Kette. Ein effizienter Golfschwung oder eine effektive Tennis-Rückhand erzeugen Kraft von unten nach oben – Beine, Hüfte, Rumpf, Schulter – wobei Arm und Handgelenk den finalen Peitscheneffekt erzielen.
Wenn es in dieser Kette ein schwaches Glied gibt, muss ein anderes Glied ausgleichen. Oft ist es der Ellbogen.
- Schlechte Mechanik: Wenn man einen Schwung oder eine Hebebewegung mit dem Ellbogen einleitet oder zu viel Handgelenkeinsatz anstelle einer Drehung von Oberkörper und Schulter verwendet, konzentriert sich eine enorme Kraft auf die kleinen Unterarmmuskeln und deren Sehnen. Beispielsweise sendet ein Tennis-Rückhandschlag, der mit einer schnellen Handgelenksbewegung anstatt einer Ganzkörperdrehung ausgeführt wird, eine Stoßwelle direkt auf den lateralen Epikondylus. Bei schwachen Handgelenken ist dieses Kompensationsmuster noch wahrscheinlicher.
- Wiederholte Bewegungen: Das Problem ist nicht nur ein einzelner Fehlschlag, sondern Hunderte. Dasselbe gilt für berufliche Tätigkeiten. Stundenlanges Arbeiten mit einem Schraubenzieher, Malen oder Tippen mit unnatürlich abgewinkelten Handgelenken führt zu derselben chronischen Überlastung.

Die Ausrüstungsgleichung: Ihre Ausrüstung kann helfen oder schaden
Das letzte Puzzleteil ist die Ausrüstung, die Sie verwenden. Die richtige Ausrüstung kann Stöße abfedern und die Belastung Ihres Arms reduzieren, während die falsche Ausrüstung sie verstärken kann.
- Gewicht und Schwerpunkt: Ein zu schweres Werkzeug oder ein zu schwerer Schläger zwingt die Unterarmmuskulatur zu Überstunden, nur um es halten und manövrieren zu können.
- Steifigkeit und Vibration: Steifere Rahmen bei Tennisschlägern oder massive Metallgriffe an Werkzeugen übertragen mehr Vibrationen direkt auf den Arm. Mit der Zeit trägt dieses Mikrotrauma zum Abbau von Sehnen bei. Moderne Geräte verfügen daher häufig über vibrationsdämpfende Technologien.
- Griffmaterialien: Abgenutzte, rutschige Griffe zwingen zum stärkeren Zupacken, was wiederum zu Problemen durch übermäßigen Griffdruck führt. Griffige, gepolsterte Griffe hingegen helfen Ihnen, die Kontrolle mit weniger Kraftaufwand zu behalten.
Die Lösung entschlüsseln: Von der Prävention zur Unterstützung
Die Ursachen zu verstehen, gibt einem die nötige Sicherheit, denn es eröffnet einen klaren Weg nach vorn. Die Lösung besteht nicht nur in Ruhe, sondern darin, die zugrunde liegenden biomechanischen Probleme anzugehen.
Sie könnten sich fragen Welche Oberkörperübungen kann ich bei einem Tennisarm machen? Die Stärkung der stützenden Muskulatur in Schultern, Rücken und Rumpf kann den Ellbogen entlasten. Außerdem kann die Wahl der richtigen Bandage oder des Bandes sofortige Linderung verschaffen und die Belastung bei sportlicher Betätigung besser verteilen. Die beste Ellenbogenbandage bei Sehnenentzündung hängt oft von der konkreten Ursache Ihrer Schmerzen ab.
Für viele ist ein Gegenkraftstrebe ist ein wirksames Hilfsmittel. Diese Art von Bandage wird direkt unterhalb des Ellbogens getragen und übt Druck auf den Muskelbauch aus. Dadurch ändert sich der Zugwinkel an der Sehne, wodurch ein neuer, weniger belasteter Ankerpunkt entsteht und die Kräfte abgeleitet werden, bevor sie den entzündeten Epicondylus erreichen. Kompressionsstrümpfe hingegen spenden Wärme und bieten propriozeptives Feedback, was die Wahrnehmung der Gelenkposition verbessern und Beschwerden lindern kann. Den Unterschied zwischen einer Gegenkraftbandage und einer Kompressionsbandage verstehen Ellbogenstulpenstütze Der Vergleich ist der Schlüssel zur Findung der richtigen Lösung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F: Kann ich trotz Ellbogenschmerzen weiterhin Gewichte heben?
Dies ist eine häufig gestellte Frage, und die Antwort ist differenziert. Zwar sollten Sie Bewegungen vermeiden, die starke Schmerzen verursachen, doch eine Anpassung Ihrer Routine kann hilfreich sein. Erfahren Sie mehr über Gewichtheben mit Tennisarm kann Ihnen helfen, sich auf die richtige Ausführung zu konzentrieren, Gewicht zu reduzieren und Übungen mit hoher Belastung wie Skull Crushers oder bestimmte Arten von Curls zu vermeiden, bis die Entzündung abklingt.
F: Woran erkenne ich, ob der Griff meines Schlägers oder Werkzeugs die falsche Größe hat?
Eine gute Faustregel für Tennisschläger ist, den Abstand von der Mitte der Handfläche bis zur Spitze des Ringfingers zu messen. Dieses Maß in Zoll ist ein guter Ausgangspunkt für die Bestimmung der Griffgröße.Jedes Werkzeug sollte gut in der Hand liegen, ohne dass sich Finger und Daumen überlappen oder zu weit auseinanderstehen. Musst du fest zudrücken, damit es sich nicht verdreht, ist dein Griff möglicherweise zu groß oder das Werkzeug rutschig.
F: Was ist der Hauptunterschied zwischen einer Gegenkraftorthese und einer Kompressionsmanschette?
Eine Gegenkraft-Ellbogenbandage wurde speziell entwickelt, um die Unterarmmechanik zu verändern, indem sie Kräfte absorbiert und vom verletzten Sehnenansatz wegleitet. Eine Kompressionsmanschette, die bei Golferellenbogen und allgemeinen Schmerzen oft als beste Bandage gilt, spendet in erster Linie Wärme, verbessert die Durchblutung und fördert die Propriozeption (die Wahrnehmung der Gelenkposition) – sie bietet also eher Komfort als eine mechanische Unterstützung.
F: Wo sollte eine Orthese platziert werden, um die maximale Wirksamkeit zu erzielen?
Die korrekte Positionierung einer Golferarmbandage ist entscheidend. Die Bandage sollte eng anliegen – aber nicht schmerzhaft drücken – etwa zwei Fingerbreiten unterhalb der empfindlichsten Stelle am Ellbogen sitzen. Dadurch wird sichergestellt, dass sie auf den Muskelbauch drückt und nicht direkt auf den entzündeten Sehnenansatz.
Ihr Weg zu einem schmerzfreien Ellbogen
Die anhaltenden Ellbogenschmerzen sind ein Signal Ihres Körpers, dass etwas mechanisch aus dem Gleichgewicht geraten ist. Indem Sie den drei Belastungsfaktoren – Griffkraft, Technik und Ausrüstung – mehr Aufmerksamkeit schenken, können Sie nicht nur die Schmerzen lindern, sondern auch deren Ursache beheben.
Beginnen Sie damit, Ihre eigenen Gewohnheiten zu beobachten. Halten Sie Ihren Tennisschläger zu fest? Schlagen Sie beim Nageln zuerst mit dem Handgelenk? Zwingt Ihr Arbeitsplatz Ihre Arme in eine unnatürliche Position? Kleine, bewusste Anpassungen in diesen Bereichen können zu deutlicher Linderung führen und Ihnen helfen, einen belastbareren Arm für Ihre Lieblingsaktivitäten aufzubauen.










