Sind Counterforce-Orthesen bei Tennisellenbogen wirksam?

Dieser stechende, bohrende Schmerz an der Außenseite des Ellbogens. Man spürt ihn, wenn man die Kaffeetasse greift, einen Türknauf dreht oder versucht, eine Einkaufstüte anzuheben. Es ist die Art von frustrierendem Schmerz, der selbst einfachste Aufgaben zur Qual macht und einen von den geliebten Aktivitäten abhält, sei es ein Tennismatch oder ein Gartenprojekt am Wochenende.
Wenn Sie sich auf die Suche nach Lösungen gemacht haben, sind Sie wahrscheinlich auf einen einfachen Gurt namens Gegenkraftstütze gestoßen. Er sieht aber so unscheinbar aus. Kann so etwas Kleines wirklich etwas bewirken? Und wie funktioniert er überhaupt?
Lasst uns den Vorhang lüften. Das Verständnis der wissenschaftlichen Grundlagen dieses einfachen Hilfsmittels ist der erste Schritt, um herauszufinden, ob es die richtige Wahl für Ihren Genesungsprozess ist.

Der „Aha!“-Moment: Was passiert in Ihrem Arm?
Zunächst eine kurze Auffrischung zum Thema Tennisarm (oder laterale EpicondylitisUm es genauer zu sagen: Es handelt sich um eine Überlastungsverletzung der Streckmuskulatur im Unterarm – jener Muskeln, die man zum Beugen des Handgelenks benötigt. Diese Verletzung betrifft nicht nur Tennisspieler. Wiederholte Bewegungen können zu winzigen Rissen in der Sehne führen, die diese Muskeln mit dem Knochenvorsprung am äußeren Ellbogen verbindet. Dies verursacht Entzündungen und Schmerzen.
Hier findet ein Gegenkraftstrebe Es drückt nicht einfach willkürlich auf Ihren Arm; es vollführt einen cleveren biomechanischen Trick.
Stellen Sie sich eine Gitarrensaite vor. Zupft man sie, schwingt sie über ihre gesamte Länge. Drückt man jedoch mit dem Finger einen Bund herunter, verändert sich der Schwingungspunkt. Eine Gegenkraftstrebe funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip:
- Es entlastet den Hotspot: Die Orthese übt gezielten Druck auf den Muskelbauch des Streckmuskels aus, direkt unterhalb der schmerzenden Stelle.
- Es verändert die Kraftverteilung: Durch diesen Druck entsteht ein neuer, künstlicher „Ursprung“ für den Muskel. Beim Greifen oder Heben eines Gegenstands wird die Kraft der Muskelkontraktion von der Bandage absorbiert und über den Muskelbauch verteilt, anstatt direkt an der entzündeten, schmerzhaften Sehnenansatzstelle am Ellbogen zu ziehen.
Das Ergebnis? Die Belastung der verletzten Sehne wird deutlich reduziert. Sie können sich bewegen, greifen und heben mit weniger Schmerzen, da die Bandage die Zugkraft im Wesentlichen abfängt, bevor sie die Verletzungsstelle erreicht.
Funktioniert es wirklich? Ein Blick auf die Beweislage.
Das ist nicht nur Theorie, sondern wissenschaftlich belegt. Klinische Studien haben gezeigt, dass Gegenkraftorthesen bei Tennisarm kurzfristig Schmerzen lindern und die Griffkraft verbessern können. Einige Studien deuten sogar darauf hin, dass sie die Belastung der betroffenen Sehne um bis zu 13–15 % reduzieren können.
Diese Daten sind vielversprechend, doch ein wichtiger Kontext ist zu beachten. Die Hauptfunktion einer Orthese ist die Linderung der Symptome. Sie dient der Schmerzkontrolle und verbessert die Funktionsfähigkeit, heilt aber nicht die zugrunde liegende Sehnenverletzung.
Aber im Ernst, Helfen Ellenbogenbandagen bei einem Tennisarm? Für jeden geeignet? Die Wirksamkeit kann von Ihren spezifischen Symptomen und der Art der Anwendung der Orthese abhängen.
Wer profitiert am meisten von einer Counterforce-Strebe?
Eine Gegenzugorthese ist zwar kein Allheilmittel, kann aber für Menschen mit bestimmten Symptommuster eine echte Erleichterung bedeuten. Sie werden mit größerer Wahrscheinlichkeit eine deutliche Linderung erfahren, wenn:
- Ihre Schmerzen sind aktivitätsabhängig: Es entzündet sich beim Greifen eines Schlägers, beim Benutzen eines Schraubenziehers, beim Tippen oder beim Anheben eines Topfes.
- Der Schmerz ist lokalisiert: Sie können auf eine bestimmte, druckempfindliche Stelle am knöchernen Teil Ihres äußeren Ellbogens zeigen.
- Sie müssen aktiv bleiben: Die Orthese kann als stützende Brücke dienen und Ihnen ermöglichen, notwendige Arbeiten oder Freizeitaktivitäten mit weniger Schmerzen fortzusetzen, während Sie langfristige Heilungsstrategien verfolgen.
- Sie sind unter 45: Einige Studien haben gezeigt, dass jüngere Personen möglicherweise größere Vorteile erfahren.

3 gängige Mythen über Tennisarm-Bandagen – widerlegt
Die Wirksamkeit einer Orthese wird oft durch gängige Missverständnisse beeinträchtigt. Lassen Sie uns einige Punkte klären, damit Sie Ihre Genesung unterstützen und nicht behindern.
Mythos Nr. 1: Je enger, desto besser.
Wirklichkeit: Die Bandage sollte eng anliegen, aber nicht einengen. Zu festes Anziehen kann Nerven einklemmen und zu Taubheitsgefühl oder Kribbeln in der Hand führen und die Schmerzen sogar verstärken. Ziel ist ein fester, gezielter Druck. Sie sollten einen Finger unter den Riemen schieben können.
Mythos Nr. 2: Die Bandage wird meinen Tennisarm heilen.
Wirklichkeit: Dies ist der gravierendste Irrtum. Eine Bandage dient der Schmerzlinderung, nicht der Heilung. Sie lindert die Symptome und entlastet die entzündete Sehne, doch die eigentliche Genesung erfordert die Behandlung der Ursache. Dazu gehören Ruhe, Anpassung der Aktivitäten und, am wichtigsten, gezielte Übungen zur Kräftigung der Sehne und der umliegenden Muskulatur.
Mythos Nr. 3: Ich sollte es rund um die Uhr tragen.
Wirklichkeit: Das ständige Tragen einer Bandage ist unnötig und kann zu Hautreizungen oder Muskelschwäche führen. Eine Bandage ist am wirksamsten, wenn sie bei Aktivitäten getragen wird, die Ihre Schmerzen auslösen. Das Tragen während Ruhephasen oder im Schlaf bringt in der Regel keinen Nutzen, es sei denn, ein Arzt oder eine Ärztin empfiehlt dies ausdrücklich. Sie ist ein Hilfsmittel für Aktivitäten, nicht für Inaktivität. Gegenkraftorthese vs. Ellbogenbandage Der Unterschied liegt ebenfalls in der Art der Kompression: Ärmel bieten eine allgemeine Kompression, während Gegendruckgurte gezielten Druck für dieses spezielle Problem ausüben.
Ein praktischer Leitfaden: So holen Sie das Beste aus Ihrer Orthese heraus
Die korrekte Verwendung einer Bohrmaschine ist einfach, Präzision ist jedoch wichtig. Befolgen Sie diese Schritte für optimale Ergebnisse:
- Finde den Ort: Drücken Sie bei entspanntem Arm sanft entlang Ihres Unterarms, um den kräftigsten Teil des Muskels zu finden, etwa ein bis zwei Fingerbreiten unterhalb des schmerzhaften Knochenpunkts an Ihrem Ellbogen.
- Positionieren Sie die Strebe: Platzieren Sie das Druckpolster der Orthese direkt über dem Muskelbauch. Es sollte nicht auf dem Knochen oder direkt auf der Schmerzstelle aufliegen.
- Gurt sichern: Ziehen Sie den Riemen so fest, dass er sich beim Ballen der Faust eng und stützend anfühlt, aber nicht unangenehm eng. Sie sollten den Druck spüren, aber es sollte nicht schmerzen.
- Achten Sie auf Warnsignale: Achten Sie auf Ihren Körper. Sollten Sie Taubheitsgefühle, Kribbeln, verstärkte Schmerzen oder Hautverfärbungen verspüren, lockern Sie den Riemen oder entfernen Sie die Bandage.

Nach der Orthese: Ihre nächsten Schritte zur Genesung
Eine Gegendruckbandage ist ein hervorragender erster Schritt zur Linderung akuter Schmerzen bei Tennisarm. Sie kann Ihnen die sofortige Schmerzlinderung verschaffen, die Sie benötigen, um Ihren Tag zu bewältigen und aktiv zu bleiben.
Betrachten Sie es jedoch als hilfreiches Werkzeug in Ihrem Genesungsprozess, nicht als die alleinige Lösung. Langfristige Heilung erfordert einen umfassenderen Ansatz. Eine Orthese bietet zwar Unterstützung, aber der Aufbau der Belastbarkeit der Sehne ist entscheidend. Aber Sie fragen sich vielleicht: Welche Oberkörperübungen kann ich bei einem Tennisarm machen? ohne die Schmerzen zu verschlimmern? Sanfte, gezielte Übungen sind entscheidend, um die Kraft wieder aufzubauen und ein erneutes Auftreten zu verhindern.
Bei starken, anhaltenden Schmerzen oder wenn sich Ihre Schmerzen durch eine Orthese und Ruhe nicht bessern, sollten Sie immer einen Arzt oder Physiotherapeuten aufsuchen. Diese können eine genaue Diagnose stellen und einen individuellen Behandlungsplan erstellen, damit Sie wieder schmerzfrei leben können.










